Dracaena Vermehrung über Kopfsteckling


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Was ist ein Kopfsteckling? Wie geht das mit dem Nachzüchten bei Drachenbäumen? Wie vermehrt man Drachenbäume?

Diese und ähnliche Fragen, werden recht oft an mich heran getragen und deshalb möchte ich es hier noch einmal ausführlich erklären, wie das mit der Vermehrung über Kopfstecklingen funktioniert.

Im Prinzip gibt es bei Drachenbäumen nur Kopfstecklinge (und natürlich Stammstecklinge) über die man vegitativ vermehren kann..

Das kommt daher, weil der Drachenbaum im eigentlichen Sinne gar kein Baum ist und sich auch nicht baumtypisch verzweigt. Dracenen haben ein anomales Dickenwachstum und aufgrund der besonderen Faseranbindung  können Äste nur in einem ganz geringen Winkel zum Hauptstamm abzweigen.

Wird dre Drachenbaum nun zu groß, ist sehr geschossen oder soll einfach zu einem  kompakteren Wachstum angeregt werden, so kann man ihn recht einfach kürzen und erhält so einen Kopfsteckling, welchen man wieder einpflanzen und weiter kultivieren kann.

Den abgeschnittenen Kopfsteckling kann man in Wasser bewurzeln, wobei ein dunkles Gefäß von Vorteil ist. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle des Wassers, genügend Licht und auch Wärme, damit sich Wurzeln bilden können.

Ich ziehe es vor, die Schöpfe direkt in Erde zu stellen, dazu bevorzuge ich die warmen Sommermonate, denn dann sind die Bedingungen auch draußen ideal.

Hier also so ein Kopfsteckling, den ich mit einem scharfen, sauberen Messer an der Mutterpflanze abgetrennt habe. Dann habe ich ihn einen Tag lang antrocknen lassen und dann in einen Topf mit feuchter Erde gesteckt. Diesen Topf habe ich dann schattig aufgestellt und darauf geachtet, daß die Erde nicht ganz austrocknet. Nach 4 bis 6 Wochen haben sich viele Wurzeln gebildet.

Hier die Schnittstelle des Kopfstecklings an der Mutterpflanze. Iich habe die Stelle nicht versiegelt, lediglich etwas zerriebene Holzkohle darauf gestreut. Nach einigen Wochen kann man die neuen Austriebe sehen.

Nachdem der Kopfsteckling vom oberen Bild gut durchwurzelt und wieder tüchtig am wachsen war, habe ich ihn erneut abgeschnitten und in einen Topf gestellt.

Diesmal habe ich die Austriebe unter einer Plasrikhaube gefördert, das ging sehr schnell und es bildeten sich 4 Austriebe, von denen 2 auch komplett durchgetrieben sind.

So kann man sich mit der Zeit selber Pflanzen nachziehen, zum Verschenken oder für den Eigenbedarf. Ich habe hier 3 selber nachgezogene Pflanzen in einen Topf gepflanzt, 2 Kopfstecklinge und den letzten bewurzelten Stamm mit Neuasutrieb (siehe Bild zuvor)

Hier noch ein Bld mit 2 Kopfstecklingen von Drachenbäumen.

Grunsätzlichch ist beim Abtrennen der Kopfstecklinge darauf zu achten, daß möglichst gerade geschnitten wird, denn desto kleiner ist die Wundfläche über die Bakterien und Keime eindringen können. Es ist ebenfalls gut, wenn man den Kopfsteckling nach dem Abtrennen einige Zeit antrocknen läßt, bevor man ihn in Erde steckt.

Man kann den Kopfsteckling zur besseren Bewurzelung, mit der Schnittstelle in Bewurzelungshormon stippen, jedoch habe ich das bisher noch nie verwendet. Genauso kann man die Abschnittstelle an der Mutterpflanze versiegeln, am Besten mit „Baumwachs“ oder auch einfach nur mit Wachs. Jedoch ist das eine rein optische Angelegenheit ob der Stumpf nun über den Austrieben eintrocknet oder halt durch einen „Verschluß“ am Eintrocknen gehindert wird.

Bei Dracaena sanderina (Glücksbambus) scheint ein Versiegeln der Schnittstellen nötig zu sein, meinen Erfahrungen nach, denn hier habe ich schon oft erlebt, daß die gefürchtete „Gelbfäule“ sonst eher zuschlägt.

Ich habe selbst bei den dicken Stämme der Yucca, die sich ähnlich verhält wie die Drachenbäume, auf ein Versiegeln bisher verzichtet und gute Erfahrungen damit gemacht.

Die Vermehrung über Kopfstecklinge funktioniert bei allen Drachenbäumen relativ einfach und zuverlässig. Sind die Kopfstecklinge bis unten beblättert, so ist es gut, wenn man alle Blätter entfernt am Stück das in Erde oder Wasser gestellt wird. An der Mutterpflanze bildet sich mindestens ein neuer Austrieb, der auch weiter wächst.

Man kann es nicht wirklich beeinflußen wie viele wachsende Austriebe sich bilden, förderlich erscheint mir ein Treibhausklima, das man durch Überstülpen einer Plastiktüte erreichen kann. Jedoch sollte dann zur Anzucht Anzuchterde oder ein anderes keimfreies Subtrat verwendet werden. Gerade unter einer Plastikhaube vermehren und bilden sich Keime, Bakterien und Pilzsporen rasend schnell und greifen die Pflanze an. Aus diesem Grund ist ein regelmäßiges Lüften und Kontrollieren der Pflanzen auch sehr wichtig.

Düngen solte man die Kopfstecklinge erst, wenn sie gut durchgewurzelt sind und wachsen. Ansonsten gelten die gleichen Pflegebedingungen wie für alle Drachenbäume.

Wie die Vermehrung übre Stammstecklinge funktioniert habe ich hier erklärt.

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Vermehrung Eurer Drachies :-)

jK


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16 comments

  • Also das heißt, wenn ich einen Kopfsteckling möchte,
    trenne ich einfach den Stamm des Drachenbaumes ab und lasse ihn einen Tag antrocknen.
    Nachdem er dann angetrocknet ist, tue ich diesen in feuchte Erde und
    stülpe ein Plastiksackerl darüber ??

    Oder wie mache ich dies, habe einen Drachenbaum noch nie vermehrt.
    Ich bitte Sie mich bei diesem Thema zu kontaktieren.

    Bedanke mich recht herzlich, mit
    freundlichen Grüßen

    Petrovic Mario

  • admin

    Hallo,

    genau, einfach Schopf vorsichtig mit einem scharfen Messer abtrennen, antrocknen lassen, einen Tag oder auch mehrere Tage und dann in feuchte Erde stecken. Schön warm und hell aufgestellt, bewurzeln die Kopfstecklinge recht zuverlässig.
    Im Frühjahr und Sommer ist dazu die beste Zeit.
    Beim Überstülpen der Platiktüte ist darauf zu achten, daß die Blätter die Tute nicht berühren. Ich stelle dazu Bambusstöcke in den Topf oder bastele eine Konstruktion aus Drahtbügeln.

    LG und viel Erfolg

  • Kuddel

    Hallo….
    also das mit dem Kopfstecklingen wird ja richtig gut erklärt… aber wie oder was muss ich machen das die stämme mal etwas Stabilerf werden… die sind bei meiner recht dünn

  • Hallo Kuddel,

    die Stämme werden meist dann zu lang und dünn, wenn der Drachenbaum zu wenig Licht bekommt.

    Wenn Du die Möglichkeit hast, so stelle die Pflanzen den Sommer über nach draußen. Jedoch an ein schattiges Plätzchen, mit nur wenig direkter Sonne am Tag. Draußen entwickeln sich Drachenbäume wesentlich gedrungener (D.marginata und dunkelgrüne Sorten). Regelmäßige Düngergaben tragen auch zu einem besseren Wachstum bei.
    Ist jedoch bereits ein langer und dünner Stamm gewachsen, bleibt nur das Einkürzen, denn der lange, dünne und kahle Stamm wird sich nicht mehr großartig verändern.

    Ansonsten auch im Zimmer für einen möglicht hellen Platz sorgen, jedoch auch ohne direkte Sonneneinstrahlung, damit die Dracaena einen selbsttragenden Stamm entwickeln kann.

    Wenn Du allerdings einen Dracaena reflexa hast, dann mußt Du damit leben, daß die Stämme recht dünn und instabil wachsen.

    Liebe Grüße
    jK

  • Kuddel

    Na ich habe die auch im ersten abgebildet ist…. kenn den latainischen namen leider nicht! Naja habe jetzt den erst stamm gekürzt! Hoffe das der Stamm dicker wird….

  • Ulrike Bek

    Hallo jK,
    habe unseren überlangen Drachenbaum über zwei Kopfstecklinge, wie von Ihnen beschrieben, gekürzt und vermehrt und es hat tatsächlich geklappt. Es war für uns wie ein kleines Wunder, die neuen Austriebe zu beobachten. Vielen Dank für Ihre so hilfreiche Beschreibung!

  • Hallo Ulrike,

    na dann, Glückwumsch zur erfolgreichen Vermehrung.

    Viel Freude noch weiterhin mit den Drachen
    LG
    jK

  • Krystyna

    Hallo,
    ich wollte mich auch mal an meiner mittlerweile 15 Jahre alten Drachenpflanze versuchen. Ich habe den Stamm großzügig zurückgeschnitten und mehrere Stämme draus gemacht und ein Kopfsteckling, jeweils oben versiegelt. Die Stämme sind nun schon eine Woche im Wasser (hab sie nicht gleich in Erde getan), stehen am Fenster ohne direkte Sonne. Leider lässt der Kopfsteckling nun alle Blätter hängen, mehrere sind schon gelb abgefallen…nun hab ich Angst, dass ichs versaut hab -.-. Auch an der Mutterpflanze sind noch keine Austriebe zu erkennen.
    Was soll ich tun????
    Bitte um Hilfe! Vielen Dank
    Liebe Grüße

  • Hi Krystyna,

    na, das dauert schon etwas länger als eine Woche bis sich an den Stammstücken Kallusgewebe bildet, aus dem dann Wurzeln wachsen können. Auch an der abgeschnittenen Mutterpflanze dauert das wesentlich länger ehe sie neu ausschlägt.

    Warum der Schopf hängt das kann mehrere Gründe haben. Hast Du die Schnittstellen lange abtrocknen lassen? Ist die Luftfeuchtigkeit hoch genug?
    Auf eine Versiegelung verzichte ich weitestgehend, weil sich darunter wunderbar Bakterien, Pilze und Viren ausbreiten können.
    In einem dunklen Gefäß sollten nur wenige cm. Wasser sein, nicht wie Blumen ins Wasser stellen zum bewurzeln.

    Wenn die Mutterpflanze keine Blätter mehr hat, mußt Du sie sehr trocken halten bis sich Ausstriebe zeigen, sonst können die Wurzeln faulen. Ist ja kein Blattwerk da um zu verdunsten.

    Kontrolliere die Schnittstellen, wenn sie schwammig sind und riechen, am besten noch einmal neu anschneiden, bis Du in gesundes Gewebe kommst. Dann gut antrocknen lassen, mindestens einen Tag und dann erst in Wasser oder Erde stellen.

    Liebe Grüße und viel Glück
    jK

  • Mara

    Hallo jK!
    Kann man bei einem Drachenbaum, der sich schon verzweigt hat, nochmal verzweigen?
    Folgendes: Ich hab einen Dracaena bicolor, mit drei Seitenaustrieben (so gekauft) da diese drei „Seitenstämme“ jetzt sehr hoch geschossen sind, wollte ich wie hier beschrieben einen Kopfsteckling machen. Verzweigt sich dann der noch stehende Stamm nochmals oder stirbt er ab?
    Vielen Dank schonmal,
    Mara

  • Hallo Mara, die verzweigen sich bei jedem Abschnitt mit hoher Wahrscheinlichkeit. Manchmal kommt auch nur ein neuer Trieb, aber ausschlagen tut ein gesunder Stamm oder Stammstück immer und immer wieder erneut.

    LG
    jK

  • kaktus

    hallo,
    ich habe sehr viele drachenbäume und wollte meinen steckling einer dracaena fragrans lemon line mit zimt versiegeln ist das mit zimt möglich bei vielen pflanzen habe ich das schon gemacht bei denen hat es geklappt

  • Hallo,

    Zimt hat, ähnlich wie Holzkohle, desinfizierende Eigenschaften. Deshalb kann man es auf Schnittstellen auftragen, von einer echten Versiegelung mit Wachs oder Baumharz rate ich ab. Zu leicht können sich unter einer dicht abgeschlossenen Kappe Bakterien und Vieren ungehindert ausbreiten.
    In der Natur hilft sich die Pflanze selber nach Verletzungen, von daher reicht es völlig aus für ein sauberes Messer, bzw. anderes Schneidewerkzeug zu sorgen und die Schnittstelle gut anzutrocknen zu lassen .. aber Zimt oder Kohle zusätzlich schadet auf jeden Fall nicht.

    LG
    jK

  • Tine Rühl

    Vielen lieben Danke für die tolle Erklärung!!! Die hat mir sehr viel erfolgreiche Ergebnisse mit meinen Drachenbäumen gebracht. DANKE! Da fragt man über Jahre Palmenexperten, die einem ncht wirklich sagen was man wissen will und stößt dann zufällig auf Ihre Seite und tatata- ta es hat funktioniert und ich bin um einen Wissenschub reicher. *lach Also vielen herzlichen Dank! Grüßle Tine

  • angelika

    hallo, ich habe seit jahren eine dracaena surculosa, sie blüht zwei mal im jahr und nun aber kam ein neuer stängel aus der erde. sehr schön eigentlich, habe mich gefreut, bin dann 6 Wochen nicht zu hause gewesen und mittlerweile ist dieser stängel 2m in die höhe geschossen. blätter sind noch keine zu entdecken. was kann ich tun? kann ich den einfach kürzen oder einfach nur abwarten. das problem ist nur, dass sie meiner wohnzimmerdecke immer näher kommt und bald keinen platz mehr hat.
    für einen tipp wäre ich dank.bar.
    gruss

  • Gaby

    Hallo,

    ich habe mich bei meinem zweiten Versuch, selbst Drachenbäume zu ziehen, genau an die Anleitung gehalten.
    Von den Kopfstecklingen, 13 Stück, sind zwei verfault, bei den anderen sieht es bisher ganz gut aus.
    Von den 18 Stammstecklingen ist jedoch keiner etwas geworden, sie sind alle im Wasserglas verfault. (Nicht nur bei mir, einer Bekannten hatte ich 4 abgegeben, bei ihr das gleiche Ergebnis.)
    Woran kann das liegen? Meine Mutterpflanzen habe ich zwischen 15-20 Jahren und als ich sie bekam, waren sie ca. 100 – 150 cm groß, also wohl auch noch ein paar Jahre alt. Kann es sein dass die Pflanzen einfach zu alt sind, um Stammstecklinge zu ziehen?
    An den Stämmen von zwei Mutterpflanzen sprießen jetzt langsam neue Triebe, bei der dritten Pflanze tut sich nichts. Liegt das vielleicht auch am Alter der Pflanze?

    Ich wäre für einen Tipp oder eine Bewertung sehr dankbar.

    Viele Grüße und vielen Dank im voraus,
    Gaby

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